Im Rahmen der ADAC NÜRBURGRING CLASSIC fand 2005 eine kostenlose Bonusausstellung historischer Traktoren statt. Über 200 Raritäten zogen Junioren wie Senioren in ihren Bann. Ob Lanz, Hürlimann, Eicher, Bührer, Porsche oder Fendt - die "Riesen" einer vergangenen Epoche sorgten für riesiges Interesse. Ein toller Erfolg, der sicherlich im nächsten Jahr seine Fortsetzung finden wird.
Kurz vor Saisonschluß wartete der ADAC Nordrhein mit einer Premiere auf. Am ersten Oktoberwochenende fand in der Eifel zum ersten Mal die Nürburgring Classics statt. Schon das Rennprogramm bot die gesamte Palette des historischen Motorsports. So präsentierten sich in einer Gleichmäßigkeitsprüfung legendäre Vorkriegsmodelle, wie etwa das Siegerfahrzeug des Nürburgring-Eröffnungsrennens von 1927, ebenso wie Rennfahrzeuge bis in die Mitte der 70er Jahre. Tourenwagen und GT-Fahrzeuge der fünfziger und sechziger Jahre traten im harten Wettbewerb über die 300-km-Distanz an. "Dieser Startschuss für die ADAC Nürburgring Classic ist uns gelungen", freute sich Rennleiter Hans Schnock.
Zu den sportlichen Höhepunkten zählte das 300-km-Rennen für historische Tourenwagen und GT-Fahrzeuge aus den 50er und 60er Jahren, das Michael Menden (Essen) in einer Chevrolet Corvette von 1965 gewann. Er siegte im 5,4-Liter-Renner vor dem Italiener Michele Bigatti (Alpine A110 Renault) von 1970 und Bernd Hahne / Werner Bluhm (Meerbusch / Meuspath) im Aston Martin DB4 GT von 1960. In den beiden Rennen für historische Rennsport- und Formelfahrzeuge um den Graf Berghe von Trips-Pokal feierte der Däne Palle Ringstroem (March) einen Doppelsieg. Nicht um Rennsieg und Meisterschaftspunkte sondern um den Kampf gegen die Stoppuhr fuhren die Teilnehmer der Gleichmäßigkeitsprüfung. Den Besuchern an der Rennstrecke wurde hier ein Starterfeld mit vielen Fahrzeugen geboten, die auf dem Nürburgring Motorsportgeschichte schrieben. So pilotierte etwa Peterheinz Kern (Großmaischeid) den Mercedes 680 S von 1927, mit dem Rudolf Caracciola das Eröffnungsrennen der Eifelstrecke gewann. Ungewöhnliche und sehenswerte Fahrzeuge brachten aber auch die Piloten mit zum Ring, die auf den Veritas-Rennwagen antraten.
Oldtimerbegeisterte Eifel-Touristen erinnert diese Fahrzeugmischung verdächtig an die vor zwei Jahren sanft entschlafene Eifel Klassik, die zwar bis zuletzt bei den Teilnehmern beliebt war aber immer weniger Zuschauer in ihren Bann zog. Der Grund ist einfach: Eine Fahrt über 25 Kilometer Nordschleife ist faszinierend solange man hinter dem Lenkrad sitzt! Gleichzeitig sorgt die extreme Streckenlänge aber schon nach zwei, drei Runden für deutliche Lücken zwischen den Rennern. Packende Zweikämpfe - die es durch aus gibt - finden nicht zwangsläufig in Sichtweite der bequemen Tribünenplätze statt.
Der ADAC ging deshalb in die Offensive und ergänzte das Spektakel auf der Strecke um ein breites Rahmenprogramm wie Oldtimerausstellung, historischen Jahrmarkt, Restaurationsvorführungen und ein Markenclubtreffen. Neben den rund 200 historischen Rennwagen waren daher auch etwa 150 Fahrzeugraritäten bei den Clubtreffen von Austin Healey, AC Cobra, Marcos und Porsche zu Gast in der Eifel. "Es hat noch nie so viele Fahrzeuge der Marke Marcos an einem Ort gegeben wie an diesem Wochenende am Nürburgring", schwärmte Thomas Zimmer von der Interessengemeinschaft Marcos in Deutschland. "Wir sind begeistert", bestätigte auch Franz Josef Lagodny vom Porsche-Club 914-6. "Ich denke, die ADAC Nürburgring Classic ist eine gute Veranstaltung, bei der es Liebhabern historischer Fahrzeuge ermöglicht wird über die legendäre Nordschleife zu fahren."
Die Liebe zur Landwirtschaft ist in der Eifel ganz besonders ausgeprägt. Zu einem Erlebnis ganz eigener Art wurde daher ein Korso historischer Trecker über die Grand-Prix-Strecke. "Das war ein absolutes Highlight", sagt Franz-Josef Hengsberg, der mit einem Lanz 3506 (Baujahr 1940) über den Nürburgring fuhr. Der Hönninger freute sich: "Wir haben schon an vielen Traktoren-Treffen teilgenommen. Doch über eine Rennstrecke sind wir noch nie gefahren." Rennleiter Schnock erwiderte die Komplimente der Traktorfreunde gerne: "Das Traktortreffen war ein einmaliges Event - auch für die Organisatoren", freute sich der Golzheimer. "Ich kann mir gut vorstellen, dass wir diesen Bereich in Zukunft noch ausbauen könnten."
Die Erweiterung des Drumherums hat der Veranstaltung gutgetan. Wer den Blick für's Wesentliche hat und auf das große Spektakel des Oldtimer Grand Prix verzichten kann, ist bei der Nürburgring Classic genau richtig. Vorausgesetzt, er hat einen Regenschirm dabei...